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Man soll ja auch mal loben...
Gestern haben wir noch so arg über unsere Bib geschimpft - besser gesagt über das Gebäude - und heute lehrten uns die Angestellten, dass sie mehr drauf haben, als der Architekt. Dem berühmt berüchtigten Schlüsselautomaten im verkorksten Keller fehlte nämlich bis gestern ein Tisch auf dem man seine Sachen ablegen konnte (die man ja einsperren möchte und deswegen zwangsweise in der Hand hält), während man einen Schlüssel ausleiht.
Darum schrieb der liebe Lars der lieben Unibib, man möge doch einen Tisch nebenanstellen um diesen Missstand zu beseitigen. Es dauerte keine 5h und es ward getan. Sehr gute Sache das!
Kleine Anleitung zum Bau einer Universitätsbilbliothek
Für jeden, der gerade vor der Aufgabe steht, ein Gebäude samt Inneneinrichtung für eine Universitätsbibliothek zu entwerfen ist die folgende Anleitung gedacht. Wir haben darin unsere tägliche Erfahrung in der Nutzung der Unibibliothek Karlsruhe als Grundlage für unsere Ausführungen genutzt.
Für alle diejenigen, die sich jetzt nicht den ganzen Schwachsinn durchlsesen möchten, sei folgende Approximation als erste Annäherung an die Planung gegeben:
GuterPlanFürUnibib = - PlanFürUnibibKarlsruhe
Für diejenigen, die der Aussagenlogik nicht so mächtig sind, wie ich es gerne wäre: Man wird mit einer ausreichend guten Näherung ein gutes Gebäude für eine Universitätsbibliothek entwerfen, wenn man einfach alles anders macht, als es in Karlsruhe der Fall ist.
Kommen wir nun zu den Details für den interessierten Leser:
1. Anders als in normalen Gebäuden fließt in einer Universitätsbibliothek das Fäkal bergauf. Darum ist es eine gute Idee, (fast) alle Klos in den Keller zu bauen, da dort erstens die Wege vom Lernplatz zur Erleichterung am kürzesten sind und zweitens der Bergauflauf genutzt wird, damit es darin dank nicht-vorhandener Lüftung auch überhaupt nicht stinkt.
2. Bei der Frage, wie das Verhältnis von architektonischem Schnickschnack zur Menge der Lern- und Arbeitsplätze zu wählen ist, entscheide man sich großzügig für den architektonischen Schnickschnack und baue großflächige Licht- und Luftschächte an die Stellen, wo hätten Tische stehen können. Als kleinen Nebeneffekt bekommt man so auch eine herrliche Akustik im zukünftigen Lernraum. Wobei wir beim nächsten Punkt wären.
3. Wenn wir eine RFID-Anlage zur Vermeidung von Buchdiebstahl einsetzen, verwenden wir einen möglichst lautes Piep-Geräusch um einen vermeintlichen Buchdiebstahl zu melden. Gepaart mit dem Geschrei des Personals, man dürfe doch keine Bücher stehlen, wird so auch der Unterhaltungswert maximiert.
4. Zur Unterstützung der Langzeitstudenten lasse man sich beim Umbau von Bibliotheksräumen beliebig lange Zeit, wenn dafür die Baukosten etwas gesenkt werden können. Gruppenarbeitsplätze gibt es an der Uni eh wie Sand am Meer, darum darf dieser Raum gerne so lange wie unnötig für Malkübel und Baumaterial verschwendet werden.
5. Die klimatischen Bedingungen in Karlsruhe machen es unnötig eine vernünftige Klimaanlage einzubauen. Damit ist dies in ganz Deutschland unnötig, weil Karlsruhe doch in etwa das Maximum sommerlicher Temperaturen darstellt. Wir verwenden statt dessen eine Öko-Klimanlage mit elektrisch geregelten Doppelfenstern. Für die Motoren nutzen wir möglichst laute Aggregate, so dass der lernende Student auch akustisch davon in Kenntnis gesetzt wird, dass sich sein Umgebungsklima demnächst ändern wird.
6. Wir verlassen uns komplett auf moderne Technik und verbieten es den Angestellten der Bibliothek, Fenster und Lüftungen von Hand zu schließen, egal wie's zieht und wie kalt es ist.
7. Bei den Treppenhäusern nutzen wir Türen, deren Lautstärke beim Zugehen ein Geschlossenhalten unmöglich machen. Damit ist zwar der Feuerschutz dahin, aber was sollte in einer Bibliothek denn schon brennen?!?!?
8. Für den Fußbodenbelag auf keinen Fall Teppichböden. Diese würden den wenigen wertvollen Schall schlucken, der in einer Bibliothek auftreten könnte. Stattdessen entscheiden wir uns (wieder im Sinne der architektonischen Stil-Maximierung) für Steinböden. Das Trittschallerlebnis wird die Besucher tief beeindrucken.
9. Bei der Gestaltung der Kellerräume halten wir uns wieder an das Platzverschwendungs-Theorem und bauen beispielsweise zwei völlig überflüssige - aber sehr hübsch anzusehende Treppen an der Stelle, an der dringend benötigte Schließfächer stehen könnten. Abhilfe schafft an dieser Stelle beispielsweise ein superteurer Schlüsselautomat, der für effiziente Ausnutzung der verbleibenden Schließfächer sorgt. An dieser Stelle soll eine kleine historische Richtigstellung erfolgen: Der Schlüsselautmomat wurde aufgestellt, nachdem die zuvor "normal" ausleihbaren Schlüssel ihren Weg zu E-Bay gefunden haben. Genauer gesagt haben Studenten, die einen Schlüssel ergattert haben, die Nutzung dieses Schlüssels gegen Bares bei E-Bay versteigert. Hierzu ein Zitat des Leiters der EDV-Abteilung der Universitätsbibliothek Karlsruhe: "
Hintergrund der Neuregelung der Garderobenschranknutzung waren Klagen der Benutzer über ständig belegte Fächer. Zahlreiche Nutzer sahen ihren Garderobenschlüssel, den sie eigentlich nur einen Tag lang in Besitz haben durften, als ihr Eigentum an und gaben die Schlüssel entweder gar nicht oder nur intern weiter. Zwar war die Nutzungszeit begrenzt, aber es war den Bibliotheksverantwortlichen der 24-Stunden-Bibliothek im Gegensatz zur diskontinuierlichen Öffnung, bei der jeden Morgen alle Fächer neu zugeteilt wurden, nicht möglich, festzustellen, wann das Schließfach belegt und wie lange es genutzt wurde. Wie weit die interne Schlüsselweitergabe reichte, zeigte sich, als plötzlich bei einer Ebay-Versteigerung einer unserer Schrankschlüssel für ? 35 verkauft wurde. Dies lag nicht im Interesse der Allgemeinheit. Also begannen wir, unsere Schlüssel zurückzufordern, die Schränke zu räumen und uns für die 450 Schrankfächer ein angepasstes Nutzungssystem zu überlegen."
Mit dieser Einführung in die Architektur von Nutzbauten hoffen wir einen kleinen Beitrag zur zukünftigen Bibliotheksarchitektur geleistet zu haben. Für weitere Hinweise zur Gestaltung eines solchen Gebäudes sind wir froh und dankbar und würden sie freilich an dieser Stelle veröffentlichen.
Kogsys Zusammenfassung die erste...
Für alle, die wie ich gerade oder in Zukunft Kognitive Systeme an der Universität Karlsruhe lernen müssen, habe ich angefangen eine Zusammenfassung in Tex zu schreiben. Ich stelle hier mal den Stand der Dinge als PDF online und werde nach der Klausur auch den Tex-Tarball dazupacken, dann kann jeder dranrumwursteln, wie er will.
Die Abbildungen sind alle Copyright by den instituten und es wird natürlich keine Gewähr auf Korrektheit gegeben.
Neben der Zusammenfassung, die im Wesentlichen die Folien in Prosa mit etwas Begleittext umfasst kann ich auch noch das Buch 'Pattern Recognition and Machine Learning' empfehlen.
Hier findet sich der Download der Zusammenfassung (18MB) (im Moment noch ohne die letzten 1,5 Kapitel).
Kogsys lernen
Wie alle Halbjahre wieder so hat's uns auch dieses Semester wieder erwischt mit der ferienbedingten Klausurwelle... die nächsten 10 Tage stehen im Zeichen der Kognitiven Systeme und deren Anwendungen. Dazu haben wir uns im ersten Stock unserer heißgeliebten Universitätsbibliothek häuslich eingerichtet und versuchen jetzt unter Zugabe einer größeren Menge an Zucker den Stoff in unser Hirn zu pressen.
Für alle die teilhaben wollen, hier ein Bild des derzeitigen Zustandsraums...
Klausuranmeldung an der Eliteuniversität
Es soll Hochschulen geben, an denen kann man sich per Internet zu einer Klausur anmelden. Das mag verlockend klingen, jedoch geht es auch anders. Ein gutes Beispiel hat die Universität Karlsruhe und hier insbesondere die Fakultät für Informatik auf Lager. Ein kleiner Abriss der nötigen Arbeitsschritte zu einer Klausuranmeldung:
1.Für die Anmeldung zu einer Nebenfachprüfung muss ein Prüfungsplan zum Sekretariat des Institus getragen werden, an dem an die Klausur schreiben möchte. Dort braucht es eine Unterschrift des Prüfenden.
2. Mit dem unterschriebenen Zettel geht es zurück zum Studiensekretariat der Fakultät für Informatik. Dort braucht es zwar eigentlich auch nur eine Unterschrift, diese lässt aber meistenes mehrere Tage auf sich warten.
2.1. Falls man davor nicht drangedacht hat, dann muss vom Prüfungsplan vor der Unterschrift erst noch eine Kopie angefertigt werden. Das wird nicht im Sekretariat erledigt, sondern muss vom Studenten selbst gemacht werden.
3. Mit dem unterschriebenen Prüfungsplan geht es zurück zum Studienbüro, dort bekommt man einen blauen Zettel.
4. Der blaue Zettel muss zurück ins Büro Nummer 1, wo dann eine Anmeldung zur eigentlichen Klausur erfolgen kann.
Mit etwas Glück hat man also in 3 - 4 Tagen eine Anmeldung zu einer Klausur durchgeführt. Es gibt Gerüchte, dass Wirtschaftswissenschaftler eine Anmeldung zu einer Klausur in 30 sek online durchführen können.




