Mimis Blog

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22.07.2010
18:37

Taschachferner Panorama

Panorama Aufnahme vom Taschachferner entstanden am 10. Juli 2010. Das Bild zeigt eindrucksvoll die Auswirkung von hohen Temperaturen auf gefrorenes Wasser. In der Bildmitte sieht man die Überreste der Taschach-Eiswand, einst eine der mächtigsten Eiswände in den Ötztalern. Links im Hintergrund die Wildspitze mit ihrer Nordwand, die einmal abgesehen von den Felsen in Wandmitte noch ganz gut dastand. Rechts unten geht's weiter zum Taschachhaus.

 

 

13.04.2010
02:33

Panorama Hauslabkogel

Panorama vom Hauslabkogel in den Ötztaler Alpen. Ich kenne bei weitem nicht alle Gipfel, aber auf die Schnelle konnte ich die Wildspitze, Brochkogel, Fineilspitze, Saykogel, Similaun, Hintere Schwärze, Schalfkogel und die Ramolkögel ausmachen. Weiter im Hintergrund sieht man dann auch noch den Ortler und die Weißkugel.

11.04.2010
23:52

Oster-Skitouren im Ötztal

Über die Ostertage hat's doch tatsächlich mal geklappt, dass ich mit meiner Schwester etwas länger auf Skitour gehen konnte. Mit dabei war außerdem Katharina aus meiner Jugendgruppe in Karlsruhe. Großes Ziel: Schwesterles erster 3.000er. Fazit: Mission erfolgreich ausgeführt :-)

 

Auf dem Plan stand die Martin-Busch Hütte und von da aus der Similaun und der Hauslabkogel... hier ein paar Impressionen

 

Nachdem wir uns im Aufstieg dank Nebel und Schneesturm erst mal ordentlich verlaufen hatten (man kann sich im Sommer nicht vorstellen, dass das auf diesem breiten Ziehweg überhaupt geht), kamen wir nach 4,5 statt den angeschriebenen 2,5h auf der Hütte an. Entsprechend groß war die Freude über das üppige Abendessen:

 

 

 

 

 

Durch den Schneefall am Vortag hieß es dann am Freitag erst mal Spuren! So schöner Pulver um diese Jahreszeit ist sicherlich nicht selbstverständlich - wir haben's genossen!

 

 

 

 

 

Wir haben die "Warmduschervariante" auf den Similaun gewählt und sind von der Similaunhütte weg den flachen Anstieg gegangen. Erst kurz unterhalb des Gipfels wurde es dann nochmal richtig steil und eisig.

 

 

 

 

 

 

Kurz vor dem Gipfel ist Skidepot, bevor man einen breiten Grat zum Gipfel läuft. Obwohl die Bedingungen perfekt waren, waren wir zuerst mal alleine auf dem Gipfel, erst später kamen noch zwei Tourengeher nach.

 

 

 

 

 

Trotz strahlendem Sonnenschein machte der Wind den Aufenthalt auf dem Gipfel etwas unangenehm, so dass wir uns nach kurzem Aufenthalt wieder auf den Rückweg machten.

 

 

 

 

Die Abfahrt war ein Traum, nur das letzte Ziehstück zur Hütte war etwas zäh. Nicht ganz ungezeichnet von der Tour verbrachten wir noch ein paar sonnige Minuten vor der Hütte, bevor wir uns auf das nächste Abendessen freuten.

 

 

 

 

 

Irre geleitet durch die von der Hütte aus einsehbare wunderschöne Firnflanke unterhalb des Gipfels, haben wir dann am zweiten Tag unser eigentliches Ziel - den Saykogel - verfehlt und sind auf dem Hauslabkogel gelandet. Was zunächst so aussah, als würde es uns den Weiterweg auf unser zweites Ziel - die Fineilspitze - blockieren, stellte sich dann später als nicht so schlimm raus, denn aufziehende Wolken machten den zweiten Gipfel eh unmöglich und die Abfahrt vom Hauslabkogel war mit Sicherheit viel schöner, als die vom Saykogel.

 

 

 

 

Kurz vor dem Skidepot wird's auch am Hauslabkogel nochmal etwas steiler, allerdings ging es heute durch schönsten Firn. Das Wetter zeigte sich abermals von seiner schönsten Seite, nur der Fönwind war schon deutlicher zu spüren als noch am Tag zuvor.

 

 

 

 

Der Gipfelgrat war auf unserem zweiten Gipfel etwas ausgesetzter als am Vortag, dafür die Aussicht mindestens so schön wie vom Similaun. Vom Ortler über den Vortagesgipfel zur Wildspitze war das Panorama sehr beeindruckend. Der starke Sturm zwang uns bald wieder zur Rückkehr.

 

 

 

 

Die Abfahrt vom Hauslabkogel war wie erwartet ein Traum. Die Spuren vom Vortag waren bereits von der Hütte zu sehen und versprachen nochmals Traum-Firn vom Feinsten.

 

 

Mein erstes Mal... - Die erste Erstbegehung im Eis

Links zu unseren Tourenbeschreibungen:


Dark Side of the Moon
From Dusk Till Down
Philipp im steileren Ausstieg von "No Reason to get excited"
Christoph in unserer Tour "Julbo Couloir"
Christian in "Dark Side of the Moon"

Eine Erstbegehung - so sagte man mir - wäre eine aufregende Sache... gleich vorneweg: ist sie auch, das weiß ich jetzt. Man steht also vor einem Berg und sieht eine Linie, die davor sicher auch schon mal jemand gesehen hat (oder auch nicht) und dann will man da klettern. So geschehen bei unserer ersten Erkundungstour in Spitzbergen, als ich zum ersten Mal einen Blick auf den Ramsayfjellet geworfen habe. Das sah schon gut aus: Dunkler Fels, Nebel und in der Mitte hoch das, was man eine Eisrinne nennt. Die sollte es also sein - meine erste Erstbegehung.

Drei Tage später standen wir in voller Montur davor. Das Seil hatten wir im Rucksack, auf Grund der etwas flacheren Steigung beschlossen wir es allerdings vorerst auch dort zu lassen. Dann geht's also los. Von der Ferne sieht alles immer ganz steil und wild aus, wenn man davorsteht wird es (leider) immer flacher.

Also gab's erst mal einen Hatscher durch 30° steiles Gelände - nix, wo der ordentliche Alpinist das Seil auspackt. Dann wurde es steiler und steiler, die gefürchteten 60° traten aber nicht auf. Plötzlich waren wir schon fast oben und es drohte sogar nach 45° an der steilsten Stelle wieder flacher zu werden. Das konnte doch nicht sein. Hab ich mich doch so vor meiner Erstbegehung gefürchtet und jetzt sollten 45° alles sein?

Zum Glück war der Michi dabei. Der erspäht oben raus eine Wechte, die auf ihrer rechten Seite so aussah, als könne man auf den Fels aussteigen. Also ging er voraus, Christoph hinterher und ich schließlich als dritter und vorletzter. Da waren sie dann auch endlich: unsere 50 - 55°, die es als Erstbegehung doch noch lohnend machten. Dazu war's auch noch blank und ohne Seil dann doch noch ein bisschen was für die Nerven.

Trotz aller zwischendrin gebremster Euphorie war es oben ein unbeschreibliches Gefühl. Man war irgendwie stolz, schon gleich zweimal, weil man eben als erster da war. 250m sind jetzt nicht ewig lang - dafür war es weit genug weg von aller Zivilisation. Immerhin mussten wir darunter ein Camp aufbauen, das wir auch noch mit einem Tagesmarsch verlegt haben. Geiler Scheiss - wie Lars sagen würde.

Etwas gedämpft wurde unsere Erfolgsgeschichte von den Berichten der anderen Gruppe, die angeblich in 60° steilem Gelände unterwegs waren. Konnte das sein? Warum war denn denen ihre Rinne so viel steiler wie unsere...

Zwei Tage darauf wiederholten wir die (gleich steile) Nachbarrinne und mit einem Neigungsmesser, der sich hartnäckig um die 50° hielt, war unsere Reputation wiederhergestellt.

Obwohl ich noch weitere 5 Neutouren in Spitzbergen - vermutlich als erste Seilschaft - begangen habe, war die Ramsay-Fjellet NW-Wand doch ein besonderes Ereignis. Wir haben sie "No reason to get excited" getauft, weil wir davor ausgemacht haben, dass wenn's nix so Wildes ist, dann solle sie so heissen. Wild war's nicht, aber eindrucksvoll.

Bis zur letzten Tour haben wir nie ein Seil rausgeholt, die Rinnen waren alle <60° steil. Nur ganz am Schluss haben wir noch eine fast schon weggeschmolzene, versteckte Eisspur gefunden, die es dann wert war, dass man darin ordentlich gesichert hat. Da waren sie dann auch: unsere 80°. Zwar nur 2m lang - aber immerhin und blank genug war's oben raus auch. Zusammen mit einer 90° Wechte am Ausstieg die beeindruckendste Tour für mich. Sie wurde dann auch prompt zweimal wiederholt, was sie vermutlich zur meistwiederholten Eisrinne auf Spitzbergen macht :-) Wegen der versteckten Lage und dem komischen Gefühl mit Nebel und Wind bei der Erstbegehung nannten wir sie "Dark Side of the Moon".

21.08.2009
19:53

Zelten auf Gletscher und Eis - ein paar Tipps dazu

Unser Lager unterhalb des Ramsayfjellets am Zusammenfluss von Mittag-Lefflerbreen, Aktivbreen und Formidablebreen

Nachdem wir im Laufe unserer Expedition auf Spitzbergen 16 Tage am Stück auf Eis gezeltet haben (ja - es hat da noch Gletscher), möchte ich an dieser Stelle ein paar Tipps zum Thema zelten auf Eis und Schnee geben, die vllt. dem ein oder anderen nützlich sein können und kalten Nächten vorbeugen können.

 

1. Zwei Isomatten sind besser als eine. Wenn es richtig kalt ist, nutzen dünne Dinger (zumindest mit normalen Schlafsäcken) nicht mehr wirklich viel. Wir hatten allerlei Kombinationen dabei, am Besten bewährten sich jedoch Ridgerest/Z-Rest - Term-a-Rest Kombinationen, wobei die Ridgerest unter die Term-a-Rest gelegt wurde. Nicht nur weicher, sondern auch um Welten wärmer. Wenn schon nur eine Matte, dann unbedingt eine Term-A-Rest und möglichst nicht die dünnste. 2. Kondenswasser im Zelt ist ein Problem, wenn der Untergrund sehr kalt ist, aber die feuchte Luft im Zelt durch die Atmung feucht und von den Körpern aufgewärmt wird. Dann gibt's an allen freien Stellen des Zeltbodens hässliches Kondenswasser und wenn dann der Schlafsack von der Matte rutscht und auf dem Boden liegt, dann wird der Naß und dann kalt. Darum empfielt es sich, alle möglichen Gegenstände wie Rucksäcke, Seile, Regenklamotten etc. auf dem freien Zeltboden auszulegen, um die Bildung von Kondenswasser zu vermeiden. 3. Anders als vermutet, schmilzt nicht das Eis unter dem Zelt weg, sondern das Eis um das Zelt schmilzt durch die fehlende Sonnenabschirmung viel schneller. Dadurch kann es passieren, dass z.B. das Außenzelt im Verhältnis zum Innenzelt nach unten rutscht und man bald keinen Platz mehr hat (nach 2 Wochen konnten wir uns zu zweit in einem Keron 3 GT kaum noch umziehen, weil das Zelt so niedrig geworden ist). Steine unter dem Gestänge des Außenzeltes helfen, das Zelt wieder "hochzukriegen". 4. Heringe im Eis sind ebenso eine temporäre Lösung, wie Eisschrauben. Beide schmelzen recht schnell aus und das Zelt hängt da, wie Schippen-Acht. Gut bewährt hat sich eine Mischung aus Heringen und auf die Abspannleinen gelegten GROSSEN Steinen. Zelte, die so aufgebaut waren, hielten fast 2 Wochen am Stück. Alles andere ist im Laufe der Zeit ausgeschmolzen. Selbst lange Eisschrauben halten max. 2 Tage.

 

5. Mit der Zeit wird alles feucht: Klamotten, Schlafsäcke, Isomatten... darum jeden noch so kleinen Sonnenstrahl und Wind nutzen, um die Sachen zu trocknen. Feuchte Kleidung isoliert nicht wirklich gut und mit der Zeit wird's unangenehm kühl. Leicht feuchte Kleidung trocknet am Schnellsten, wenn sie einfach am warmen Körper getragen wird, allerdings besser mit etwas Luft, als im Schlafsack, dort fängt man mit zu viel Klamotten eh nur an zu schwitzen und alles wird schlimmer. 6. Noch ein Wort zu Akkus: Die gehen ziemlich schnell leer, wenn sie kalt werden (0°C und kälter). Darum empfielt es sich, die Dinger z.B. nachts mit in den Schlafsack zu nehmen und tagsüber am Körper zu tragen, wenn man sie nicht in der Kamera braucht. Die Kamera selbst unter der Kleidung zu tragen ist jedoch eine doofe Idee, weil sie dann sofort anläuft, wenn sie in die kalte Luft kommt. Bei uns hatte es im Mittel um die 0°C, im Zelt waren es morgens meist so um die 3 - 5°C. Unsere Schlafsäcke waren min. bis -14°C ausgelegt, es hat keiner gefroren, aber auch niemand wirklich geschwitzt. Daune ist sehr viel besser geeignet, als Kunstfaser, weil es die Temperatur reguliert und damit auch bei wärmeren Temperaturen nicht dazu kommt, dass man schwitzt. An Kleidung hab ich folgendes getragen:

 

  • Schuhe: La Sportiva Nepal Extrem, ohne Gore Tex (war ein Fehler, wurden nass, weil nicht gut gewachst. Nächstes mal lieber mit Membran oder gut wachsen).
  • Socken: Smart-Whool (die dicksten, die es im Basislager gab, aber nicht so dick, wie z.B. die dicken Icebreaker, die hatte ich nachts zum Schlafen an, dass der Schlafsack nicht so stinkt). Hier noch mal die Warnung: zu dicke Socken bringen nix! Damit bekommt man nur kein Blut mehr in die Füße und dann wird's richtig kalt!
  • Leggins aus Powerstretch (sehr geiles Teil, stinkt aber nach 1 Woche wie die Hölle).
  • Normale Unterhose
  • Bei gutem Wetter eine HH Softshell Hose, bei schlechtem Wetter eine HH Gore Überhose (ohne Softshell)
  • Dünnes T-Shirt (Lowe Alpine, stinkt etwa nach einer Woche wie Hölle)
  • Langärmliges HH Shirt
  • Dünner Fleece
  • Bei Regen Gore Jacke, sonst winddichte Fleece Weste
  • Abends HH Insulator (dünn, aber warm)
  • JDAV - Fleece Mütze
  • Sehr selten Handschuhe, sogar im Eis meist ohne geklettert, weil nass ekelhafter, wie ohne Handschuhe

Hoffe, mit dieser kleinen Liste kann der ein oder andere was anfangen. Ab und zu habe ich abends bzw. beim Essen und im Lager eine wirklich warme Daunenjacke vermisst. Mir war zwar nie richtig kalt, aber ich hab mich auch des öfteren in meinen Schlafsack verkrochen, weil es mir draußen einfach unangenehm wurde.

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