Tourenbuch-Extension weiterentwickelt
Für das Tourenbuch der Kaktusteam Webseite habe ich schon seit längerer Zeit eine eigene Typo3 Extension angefangen zu schreiben. Heute hab ich eine kleine Lernpause genutzt und statt der alten Tourenliste "pt_list" so angepasst, dass es als Tourenliste dient.
Damit ist auch ein Filter "aus der Schachtel gefallen", der es ermöglicht, die Touren nach Kategorien zu filtern, sowie nach Datum zu sortieren.
Ich überlege mir, noch ein Bild jeder Tour mit auf die Liste zu packen, dazu muss aber erst noch ein vernünftiger Weg gefunden werden, wie eine Gallery an eine Tour angehängt werden kann... mal sehen. Fürs erste bin ich aber schon mal sehr zufrieden.
Klettergruppe geht weiter
Seit dieser Woche ist wieder Klettergruppe... mit dabei in diesem Jahr: Magda, Daniela, Johanna, Katharina, Katja, Vera, Lukas und meine Wenigkeit. Leider nicht auf dem Foto: Johanna - die zweite Chefin. Wir klettern immer montags von 17:30 - 20:00 und mittwochs von 17:30-19:30
Wieder einmal... Sicherheit in Kletterhallen...
Weil es heute mal wieder soweit war, dass ich schimpfen musste,weil ein Sichernder in der Halle a) den ATC falsch benutzte und b) viel zu weit von der Wand weggestanden ist, hab ich mir einen Artikel im aktuellen BergUndSteigen zum Thema Sicherheitskultur in Kletterhallen durchgelesen und darin 3 Ansätze gefunden, eine solche Kultur aufzubauen. Ich möchte an dieser Stelle kurz darauf eingehen, weil sich dahinter meines Erachtens ein paar sehr gute Ansätze verbergen.
Vorschlag 1: Transparenz - Offene Kommunikation über (beinahe) Unfälle
Vielleicht vorweg, warum das reden über Unfälle so wichtig ist: Ich glaube, beim Klettern sind es immer wieder die 0,00001% Restrisiko die in besonders dummen Fällen zum Unfall führen. Daneben sind es kleine Fehler, die sich in einer Verkettung von weiteren dummen Umständen zu einem gravierenden - im schlimmsten Falle tödlichen Fehler fortpflanzen. Die grundlegenden Dinge beherrschen die meisten Leute nicht, wissen aber beispielsweise nicht, warum in einer dummen Verkettung von Umständen ein nicht-fixierter Achter zu einem tödlichen Unfall führen kann. Darum ist die öffentliche Diskussion über Unfälle, bei denen ein solcher Fehler zu einer Verletzung oder im schlimmsten Fall zum Tod geführt hat eine gute Vergegenwärtigung, dass auch die 0,00001% manchmal ausreichen, damit etwas schlimmes passiert.
Was die Autorin des BuS-Artikels vorschlägt, ist zunächst einmal diese Unfälle transparent zu machen. Im Prinzip fordert sie eine etwas barrierefreiere Variante des berühmt-berüchtigten "Sicherheit und Risiko in Fels und Eis", in dem genau nach diesem Muster der Sensibilisierung durch Unfallschilderung vorgegangen wird. In Karlsruhe steht seit kurzem - nicht zuletzt auf mein Bestreben hin - ein schwarzes Brett in der Kletterhalle, auf dem wir versuchen, solche Themen darzustellen. Es stößt auf gemischtes Interesse.
Von weiteren Vorschlägen, wie z.B. einem DAV-weiten Forum zu solchen Geschehnissen ist man weit weg. Da bieten andere Foren weitaus mehr, wenn auch oft auf grausam schlechten Niveau... Mein Traum wäre es, endlich eine Online-Version des Ausbilderhandbuches zu haben, in dem man Kommentare dazuschreiben kann und die Thematik somit aus der Praxis und mit Fallbeispielen gewürzt wird. Zahlreiche Online-Handbücher für Programmiersprachen könnten hierbei als Beispiel dienen. Ich bin sehr gespannt, wann so etwas endlich realisiert wird.
Vorschlag 2: Nicht nach Schuld, sondern nach Ursachen fragen
Die Autorin möchte weniger Schuldzuweisung sondern mehr Ursachenforschung in der Diskussion um Kletterunfälle. Auch hier verschließen viele noch die Augen indem Ursachen wie zu volle Hallen, schlechte Ausbildung oder ungenügend geschultes Hallenpersonal lieber unter den Tisch gekehrt werden, anstatt daran zu arbeiten und Verbesserung herbeizuführen.
Diese Ursachensuche muss aber statt einer Schuldzuweisung stattfinden, um aus Fehlern zu lernen und nicht durch die Schuldigsprechung des Verursachers den Unfall als "Dummheit" abzutun. Damit landet er in einer denkbar ungünstigen Schublade und wird keinem mehr nützen können.
Diese Herangehensweise, so fordert die Autorin, sollte auch auf Ausbildungen, z.B. von Fachübungsleitern integriert werden. Für uns als JDAV wäre dies sicherlich auch ein Punkt, an dem wir die Ausbildung der Jugendleiter und damit auch der Kinder und Jugendlichen in den Klettergruppen verbessern könnten.
Vorschlag 3: Aufbau einer Rückmeldekultur
In diesem Abschnitt geht die Autorin auf die psychologischen Effekte einer Hinweisung auf einen Fehler ein und wie diese geschickt erfolgen kann. Ein erster Schritt, ist bei Beobachtung von Fehlverhalten oder unsicherem Handeln etwas zu sagen. Der zweite Schritt ist es, sich Gedanken darüber zu machen, WIE man etwas sagt.
Leider hapert es an diesem Punkt (zumindest bei mir) viel zu oft. Die meisten - gut gemeinten - Hinweise auf falsche Sicherungshaltung, nicht korrekt zurückgeschlaufte Gurte etc. werden von den Angesprochenen sofort als Angriff gewertet und eine konstruktive Diskussion kommt nur in den seltensten Fällen zustande. Ich werde in Zukunft bei mir besser darauf achten, wie ich so etwas kommuniziere.
Auch hier steht die Forderung im Raum, betroffene Personen, sei es Hallenpersonal, Jugend- oder Fachübungsleiter besser zu schulen - oder sagen wir einmal überhaupt zu schulen.
Bei der letzten Vorstandssitzung in Karlsruhe wurde von der Jugend der Vorschlag eingebracht, man können Jugendleiter, die eh in der Halle sind mit einem eindeutigen T-Shirt versehen, so dass Leute, die Fragen haben sich an diese wenden können. Dieser Vorschlag wurde aus "haftungstechnischen Gründen" abgelehnt. Mich würde mal interessieren, was man damit verschlechter könnte. Im besten Fall hat jemand einen Fehler nicht gemacht, der im schlimmsten Fall zum Absturz führen könnte. Vielleicht gehört das Umdenken vom Haftungsdenken hin zum verantwortungsbewussten Umgang mit dem Risiko beim Klettern zum ersten Schritt hin zu einer vernünftigen Sicherheitskultur in Kletterhallen.
Damit hoffe ich, mal wieder etwas Stoff zum Nachdenken geliefert zu haben. Empfehlen kann ich nur noch, den Artikel aus dem BergUndSteigen zu lesen, dort stehen noch einige weitere interessante Aspekte zum Sicherheitsdenken - vor allem auch im Vergleich zur Arbeitssicherheit - drin.
Gottesanbeterin
Gottesanbeterin auf Sardinien 2008. Aufgenommen während einer Radtour rund um Dorgali mit einer Canon Powershot G7. Von oben sahen die Viecher aus, wie ein Blatt... bin sicherlich aus Versehen über ein paar drübergefahren :-)





