Klettern in der Pfalz - was lohnt, was nicht
Wer sich jetzt fragt, warum ich dazu komme, übers Klettern in der Pfalz zu schreiben - nun das ist so: 5 Mal bin ich da jetzt hingefahren und 2 Mal war Mist, darum dachte ich mir mal, schreibe ich heute, wo's gut war :-) Und zwar waren wir am Bruchweiler Geierstein. Nicht dass ich durch meine letzten Kletterversuche auf Spitzbergen sonderlich verwöhnt gewesen wäre von Dingen wie Gesteinsqualität oder kurze Zustiege. Aber der Klotz hat schon was :-)
Lohnende Touren gibt's wohl mehrere, aber vom "Schnapsweg" konnte ich trotz meiner beinahe 9 monatigen Abstinenz einfach nicht die Finger lassen. Ein gutes Stück Riss - find ich... wenn auch auf 30m nur ein Haken gebohrt ist, so kann man das Ding trotzdem schön absichern und hat seinen Spaß.
Daneben haben wir noch das Falkendach probiert. Nun - es mag am Schlafmangel, am Übergewicht oder einfach nur daran gelegen haben, dass weder Philipp noch ich in den letzten 4 Wochen vernünftig klettern waren, aber das Ding war jetzt doch nicht so der Spaßbringer, wie im Führer geprießen. Der erste Haken ist in halsbrecherischer Höhe und die weiteren kommen da, wo man hätte selber auch sichern können... naja. Aber immerhin ein imposantes Dächle, was sich da in der Wandmitte auftut...
Als erste Tour haben wir den Schartenweg gemacht. Wäre es nicht zu dem Zeitpunkt nicht so abartig heiß gewesen und hätte ich nicht mein Chalkbag daheim vergessen, wäre das sicherlich eine Genußtour vom Feinsten gewesen, wenn auch obenraus etwas bröselig.
Alles in Allem ein Brocken Sandstein, der einen Besuch wert ist - wir (zumindest ich) werden nochmal hingehen... da steht ja auch noch der Likörweg rum... *hicks*
Zelten auf Gletscher und Eis - ein paar Tipps dazu
Nachdem wir im Laufe unserer Expedition auf Spitzbergen 16 Tage am Stück auf Eis gezeltet haben (ja - es hat da noch Gletscher), möchte ich an dieser Stelle ein paar Tipps zum Thema zelten auf Eis und Schnee geben, die vllt. dem ein oder anderen nützlich sein können und kalten Nächten vorbeugen können.
1. Zwei Isomatten sind besser als eine. Wenn es richtig kalt ist, nutzen dünne Dinger (zumindest mit normalen Schlafsäcken) nicht mehr wirklich viel. Wir hatten allerlei Kombinationen dabei, am Besten bewährten sich jedoch Ridgerest/Z-Rest - Term-a-Rest Kombinationen, wobei die Ridgerest unter die Term-a-Rest gelegt wurde. Nicht nur weicher, sondern auch um Welten wärmer. Wenn schon nur eine Matte, dann unbedingt eine Term-A-Rest und möglichst nicht die dünnste. 2. Kondenswasser im Zelt ist ein Problem, wenn der Untergrund sehr kalt ist, aber die feuchte Luft im Zelt durch die Atmung feucht und von den Körpern aufgewärmt wird. Dann gibt's an allen freien Stellen des Zeltbodens hässliches Kondenswasser und wenn dann der Schlafsack von der Matte rutscht und auf dem Boden liegt, dann wird der Naß und dann kalt. Darum empfielt es sich, alle möglichen Gegenstände wie Rucksäcke, Seile, Regenklamotten etc. auf dem freien Zeltboden auszulegen, um die Bildung von Kondenswasser zu vermeiden. 3. Anders als vermutet, schmilzt nicht das Eis unter dem Zelt weg, sondern das Eis um das Zelt schmilzt durch die fehlende Sonnenabschirmung viel schneller. Dadurch kann es passieren, dass z.B. das Außenzelt im Verhältnis zum Innenzelt nach unten rutscht und man bald keinen Platz mehr hat (nach 2 Wochen konnten wir uns zu zweit in einem Keron 3 GT kaum noch umziehen, weil das Zelt so niedrig geworden ist). Steine unter dem Gestänge des Außenzeltes helfen, das Zelt wieder "hochzukriegen". 4. Heringe im Eis sind ebenso eine temporäre Lösung, wie Eisschrauben. Beide schmelzen recht schnell aus und das Zelt hängt da, wie Schippen-Acht. Gut bewährt hat sich eine Mischung aus Heringen und auf die Abspannleinen gelegten GROSSEN Steinen. Zelte, die so aufgebaut waren, hielten fast 2 Wochen am Stück. Alles andere ist im Laufe der Zeit ausgeschmolzen. Selbst lange Eisschrauben halten max. 2 Tage.
5. Mit der Zeit wird alles feucht: Klamotten, Schlafsäcke, Isomatten... darum jeden noch so kleinen Sonnenstrahl und Wind nutzen, um die Sachen zu trocknen. Feuchte Kleidung isoliert nicht wirklich gut und mit der Zeit wird's unangenehm kühl. Leicht feuchte Kleidung trocknet am Schnellsten, wenn sie einfach am warmen Körper getragen wird, allerdings besser mit etwas Luft, als im Schlafsack, dort fängt man mit zu viel Klamotten eh nur an zu schwitzen und alles wird schlimmer. 6. Noch ein Wort zu Akkus: Die gehen ziemlich schnell leer, wenn sie kalt werden (0°C und kälter). Darum empfielt es sich, die Dinger z.B. nachts mit in den Schlafsack zu nehmen und tagsüber am Körper zu tragen, wenn man sie nicht in der Kamera braucht. Die Kamera selbst unter der Kleidung zu tragen ist jedoch eine doofe Idee, weil sie dann sofort anläuft, wenn sie in die kalte Luft kommt. Bei uns hatte es im Mittel um die 0°C, im Zelt waren es morgens meist so um die 3 - 5°C. Unsere Schlafsäcke waren min. bis -14°C ausgelegt, es hat keiner gefroren, aber auch niemand wirklich geschwitzt. Daune ist sehr viel besser geeignet, als Kunstfaser, weil es die Temperatur reguliert und damit auch bei wärmeren Temperaturen nicht dazu kommt, dass man schwitzt. An Kleidung hab ich folgendes getragen:
- Schuhe: La Sportiva Nepal Extrem, ohne Gore Tex (war ein Fehler, wurden nass, weil nicht gut gewachst. Nächstes mal lieber mit Membran oder gut wachsen).
- Socken: Smart-Whool (die dicksten, die es im Basislager gab, aber nicht so dick, wie z.B. die dicken Icebreaker, die hatte ich nachts zum Schlafen an, dass der Schlafsack nicht so stinkt). Hier noch mal die Warnung: zu dicke Socken bringen nix! Damit bekommt man nur kein Blut mehr in die Füße und dann wird's richtig kalt!
- Leggins aus Powerstretch (sehr geiles Teil, stinkt aber nach 1 Woche wie die Hölle).
- Normale Unterhose
- Bei gutem Wetter eine HH Softshell Hose, bei schlechtem Wetter eine HH Gore Überhose (ohne Softshell)
- Dünnes T-Shirt (Lowe Alpine, stinkt etwa nach einer Woche wie Hölle)
- Langärmliges HH Shirt
- Dünner Fleece
- Bei Regen Gore Jacke, sonst winddichte Fleece Weste
- Abends HH Insulator (dünn, aber warm)
- JDAV - Fleece Mütze
- Sehr selten Handschuhe, sogar im Eis meist ohne geklettert, weil nass ekelhafter, wie ohne Handschuhe
Hoffe, mit dieser kleinen Liste kann der ein oder andere was anfangen. Ab und zu habe ich abends bzw. beim Essen und im Lager eine wirklich warme Daunenjacke vermisst. Mir war zwar nie richtig kalt, aber ich hab mich auch des öfteren in meinen Schlafsack verkrochen, weil es mir draußen einfach unangenehm wurde.
Wie man aus einer Patagonia-Kapuze wieder ein nützliches Teil macht
Es ist noch gar nicht so lange her - genauer gesagt 8 Jahre, da hab ich mir meine vorletzte Hardshell-Jacke gekauft. Modell "Direct X Jacket" von Patagonia. Wunderbares Ding, ich hatte sie ganze 6 Jahre, bevor mich zahlreiche Einstiche von Steigeisen, Eisschrauben und ungeheuer scharfem Bergell-Granit dazu bewogen haben, mich nach einer neuen Jacke umzuschauen. Nach meinen guten Erfahrungen mit Patagonia hab ich wieder zu dieser Marke gegriffen, diesmal eine "Men's Stretch Latitude Jacket". Schön leicht, passt auch ganz gut, alles in allem wunderbar, wenn da nicht dieser völlig unnütze Lappen von Kapuze um den Kopf rum hängen würde.
Zum Vergleich: Bei der "Direct X Jacket" war es genau ein Gummizug, mit dem man die Kapuze - egal ob mit oder ohne Helm - passend machen konnte. Für die "Stretch Latitude" gibt es davon sicherheitshalber gleich 4: Einen hinterm Kopf, einen innendrin und zwei (wie bei jeder normalen Kapuze) vorne links und rechts. Allerdings können die letzten beiden Züge nur "von innen" bedient werden und noch dazu nur von einem völlig bekloppten Schaumstoffteil gehalten. Nach 2 Jahren des Ärgers über diese Art der nicht-funktionierenden Kapuzen-Befestigung hab ich schließlich zum Messer gegriffen und mit zwei kleinen Schnitten und zwei Tankas aus dem unnützen Lappen wieder eine funktionierende Kapuze gemacht. Alles was dazu notwendig war, waren zwei kleine Schritte in der Führung des Gummizuges der Kapuze in der Jacke und danach das Einfädeln von zwei Tankas, mit denen die Züge schließlich vernünftig fixiert werden können. Die Fotos sollten alle Details zeigen. Viel Spaß beim Nachbauen... Patagonia lernt's ja vllt. in Zukunft auch wieder, vernünftige Kapuzen zu bauen.
Klausuranmeldung an der Eliteuniversität
Es soll Hochschulen geben, an denen kann man sich per Internet zu einer Klausur anmelden. Das mag verlockend klingen, jedoch geht es auch anders. Ein gutes Beispiel hat die Universität Karlsruhe und hier insbesondere die Fakultät für Informatik auf Lager. Ein kleiner Abriss der nötigen Arbeitsschritte zu einer Klausuranmeldung:
1.Für die Anmeldung zu einer Nebenfachprüfung muss ein Prüfungsplan zum Sekretariat des Institus getragen werden, an dem an die Klausur schreiben möchte. Dort braucht es eine Unterschrift des Prüfenden.
2. Mit dem unterschriebenen Zettel geht es zurück zum Studiensekretariat der Fakultät für Informatik. Dort braucht es zwar eigentlich auch nur eine Unterschrift, diese lässt aber meistenes mehrere Tage auf sich warten.
2.1. Falls man davor nicht drangedacht hat, dann muss vom Prüfungsplan vor der Unterschrift erst noch eine Kopie angefertigt werden. Das wird nicht im Sekretariat erledigt, sondern muss vom Studenten selbst gemacht werden.
3. Mit dem unterschriebenen Prüfungsplan geht es zurück zum Studienbüro, dort bekommt man einen blauen Zettel.
4. Der blaue Zettel muss zurück ins Büro Nummer 1, wo dann eine Anmeldung zur eigentlichen Klausur erfolgen kann.
Mit etwas Glück hat man also in 3 - 4 Tagen eine Anmeldung zu einer Klausur durchgeführt. Es gibt Gerüchte, dass Wirtschaftswissenschaftler eine Anmeldung zu einer Klausur in 30 sek online durchführen können.
Felslehrgang FÜL Hochtouren
In der vergangenen Woche habe ich nach Anraten diverser Leute mit meiner Ausbildung zum FÜL Hochtouren angefangen. Dank zahlreicher Jugendleiterausbildungen blieb ich vom Grundlehrgang verschont, wenn gleich manch ein Teilnehmer mir auf dem Felslehrgang sagte, es wäre schon gut gewesen, diesen zu besuchen...
Nach so manchen Erzählungen hatte ich schon etwas Bammel vor der ganzen Angelegenheit und war im Voraus sehr gespannt, was da so auf einen zukommt und was gefordert wird. Gleich mal vorab: Diese Befürchtungen haben sich in keiner Weise bestätigt. Ob es an den beiden Bergführern lag, die eine sehr angenehme Atmosphäre geschaffen haben oder daran, dass wir zuerst im Tannheimer Tal und dann in Arco waren und ich beide Gebiete recht gut kannte, weiß ich nicht genau, aber die Woche hat jedenfalls sehr viel Spaß gemacht.
Leider boten die Inhalte der Woche nicht sehr viel Neues. Die Überschneidungen der Lehrinhalte mit dem, was z.B. in den Aufbaumodulen der Jugendleiterausbildungen gelehrt wird, waren bis auf ein, zwei Themen (z.B. speziellere Formen der Bergrettung) so groß, dass mir alles zumindest schon mal bekannt war. Statt mit allem möglichen Neuem zugestopft zu werden, bot die Woche ausreichend Gelegenheit, das Bekannte zu vertiefen. Fast wie nebenher wurden von den beiden Teamer zahlreiche Tipps und Erfahrungen eingestreut, die merken liesen, dass man es mit Profis zu tun hat, von denen man gerade in Sachen Führung noch einiges lernen konnte.
Obwohl ich bisher in der Diskussion um die Verzahnung von Aufbaumodulen und FÜL Ausbildungen eher der Meinung war, dass dies nicht viel bringt, habe ich auf dem Lehrgange gemerkt, dass bei Jugendleiterschulungen quasi auf dem Niveau von FÜL Lehrgängen ausgebildet wird und dass Jugendleiter aus ihrer Ausbildung sehr wohl zehren können, wenn sie eine FÜL Ausbildung anstreben. Gerade die Lehrproben und fachspezifisches Spezielwissen wird auf Aufbaumodulen so unterrichtet und gelehrt, dass diese Themen in einer FÜL Ausbildung keine Probleme mehr darstellen sollten.
Ob ein Kurs dank Aufbaumodulen gänzlich erlassen werden kann / sollte ist fraglich, da die FÜL Ausbildung von Bergführern geleitet wird, was bei AM nicht unbedingt der Fall ist und man dadurch einfach eine Spur mehr Praxiswissen und Professionalität erfährt, als dies bei Schulungsteamern der Fall ist, die "nur" FÜL sind. Letztendlich kommt es aber auf die eigene Erfahrung und Routine an, die man zwar durch Tipps und Tricks verbessern kann, aber die letzten Endes nur durch viele Touren und selbstständigen Führen zu erreichen ist.
Nachdem der Felsteil jetzt rum ist, bin ich sehr gespannt auf den zweiten Teil im Eis, den ich vermutlich nächstes Jahr absolvieren werde.
Wer sich darauf vorbereiten möchte, dem kann ich "aus dem Kopf" noch ein paar Themen für Lehrübungen bzw. Lehrproben sagen, die an uns verteilt wurden:
* Standplatzbau nach Lehrmeinung
** Methodischer Aufbau in mehreren Schritten
** Nur eine Variante zeigen
** Die Teilnehmer viel üben lassen
** Sicherheit und korrekter Aufbau müssen passen
* Einhändiges Klippen von Exen
** "Einfachen Fall zeigen"
** Viel üben lassen
** Nach kurzer Einführung sofort die Teilnehmer üben lassen
** Lehrmeinung beim Klippen zeigen (hier evtl. nachfragen!)
* Kraftsparendes Umtreten
** Stütztechnik, Gewichtsverlagerung, Mittig antreten
** Richige Gebietswahl (geeignetes Gelände, Sicherheit bzgl. Steinschlag etc.)
* Gehen am Fixseil mit Prusikschlinge
** Auf- und Abstieg zeigen
** Schrittweise Steigerung der Schwierigkeit (erst im Waagrechten, dann steiler werden)
*Legen von Klemmkeilen
** Korrekte technische Einführung
** TN Keile legen und bewerten lassen
** Auf Zugrichtung eingehen
** Zeigen, wie man Keile wieder entfernt
* Abseilen mit Kurzprusik
** Technischer Aufbau muss passen (Sicherheit)
** Geeignete Geländewahl
** Kurzprusik darf nicht zu lange sein
** Lösen von verklemmter Prusik mittels Seilschlinge um den Fuß
** Umhängen von Abseilgeräten ohne Verlust
* Stütztechnik (Klettertechnik)
* Umtreten
** Dynamisch durch "Hüpfbewegung"
** Statisch durch kleine Tritte auf Reibung
** Doppeltes Antreten desselben Tritts
*Griffformen
** Auf unterschiedliche Griffformen eingehen
** Spiele zum Greifen (blind klettern, Handschuhe, ...)
* Einrichten von Abseilstellen mit Repschnur
** Variante mit langer und mittlerer Prusik (einfacher / doppelter Schenkel)
Neben der eigentlichen Lehrprobe, welche in die Kursbewertung miteingeht, gibt es zuerst eine Demonstration von den Teamern und anschließend eine Lehrübung, die in der großen Runde besprochen wird und in der auf Probleme hingewiesen wird und Tipps gegeben werden. Also keine Panik :-)











